Allgemeine Fachbegriffe

Pendelsturz

Der Pendelsturz bedeutet ein erhöhtes Verletzungsrisiko, wenn gegen Absturz gesicherte Personen nach einem Fall am Halteseil hin und her schwingen. Obwohl das Halteseil bzw. Verbindungsmittel den Stürzenden vor einem tödlichen Aufprall auf dem Boden bewahrt, kann es durch das Schwingen zu Prellungen und weiteren Verletzungen infolge eines Anpralls kommen. Das passiert beispielsweise dann, wenn der Anwender gegen Baukanten, Stahlträger und ähnliche Hindernisse prallt. Weil die Pendelgeschwindigkeit ebenso hoch ist wie die Sturzgeschwindigkeit, können Anprall-Verletzungen folgenschwer sein.

Ursachen für einen Pendelsturz

Befindet sich der Anwender bei einem Absturz nicht direkt unter dem Anschlagpunkt, sondern stark versetzt, riskiert er einen Pendelsturz. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Anwender es versäumt, den Karabinerhaken seiner Schutzausrüstung nicht auf den nächstgelegenen Anschlagpunkt umzusetzen. Einzelanschlagpunkte bergen zudem grundsätzlich das Risiko eines Pendelns, da sich Höhenarbeiter wie etwa Dachdecker zwangsläufig an der Absturzkante bewegen und sich daher nicht zu jeder Zeit lotrecht unter der Anschlageinrichtung befinden.

Schutzmaßnahmen gegen den Pendelsturz

Bei der Planung von Absturzsicherungslösungen sollte darauf geachtet werden, dass sich der Anwender immer möglichst lotrecht zur Anschlageinrichtung bewegen kann. Dies ist beim Einsatz von Einzelanschlagpunkten nur in Verbindung mit einem temporären Seilsystem möglich, welches vor der Arbeit von dem Nutzer gespannt wird. Einen weit höheren Schutz bieten Seil- oder Schienensicherungssysteme, da die Anschlageinrichtung am Gleiter dem Anwender folgt und sich bei richtiger Nutzung (auf Rückhalt gespannt) immer möglichst nahe zum Nutzer befindet. Durch die korrekte Benutzung solcher Rückhaltesysteme kann ein Pendelsturz nicht nur minimiert, sondern der Absturzunfall weitestgehend ausgeschlossen werden.

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